Weite und Abwechslung – genau das erwartet dich im Störtebekerland, einer Region, die nicht nur nach dem wohl bekanntesten Piraten der Nordseeküste benannt wurde, sondern auch das perfekte Ziel für einen erlebnisreichen Familienurlaub ist. Ich erinnere mich noch gut an unseren ersten Besuch hier. Es war, als hätte die Landschaft mit ihrer Weite und den unendlichen Horizonten unsere Seele durchatmen lassen. Aber es war nicht nur die Natur, die uns begeisterte – es war auch die Fülle an Aktivitäten, die für jeden in unserer Familie etwas zu bieten hatte.
Spaß am und im Wasser – für kleine und große „Piraten“
Im Störtebekerland dreht sich vieles ums Wasser. Und ja, auch ich wurde von der Magie des Wattens und der Nordsee angezogen. Besonders die Kinder waren begeistert, als wir die „Piraten der Karibik“ spielten – oder zumindest so taten, während sie im Störtebekerbad in Marienhafe ins warme Wasser sprangen. Mit 28 Grad Wassertemperatur bot das Hallenbad eine willkommene Alternative, als das typische norddeutsche Wetter uns mit einer grauen Wolkendecke überraschte.
Noch aufregender war unser Ausflug zur Naturbadestelle Hilgenriedersiel im Luftkurort Hage. Ein echter Geheimtipp! Keine Menschenmassen, keine Hektik – nur das sanfte Rauschen der Nordseewellen und die Ursprünglichkeit der Salzwiesen. Wir hatten das Gefühl, an einem der letzten unberührten Orte der Küste angekommen zu sein. Während die Kinder in den seichten Wellen planschten, konnten wir Eltern die Ruhe genießen und den Blick über das weite Wattenmeer schweifen lassen.
Wattwandern – das Abenteuer Meeresgrund
Ich hätte nie gedacht, dass das Watt so faszinierend sein kann, bis wir an einer geführten Wattwanderung teilnahmen. Für die Kinder war es ein echtes Abenteuer: barfuß über den Meeresgrund laufen, kleine Krebse und Muscheln entdecken und die feinen Strukturen der Wattwürmer beobachten. Der Wechsel von Ebbe und Flut, dieses ewige Spiel der Natur, hinterließ auch bei uns Erwachsenen einen bleibenden Eindruck. Es war, als hätte die Nordsee uns ein Stück ihrer Seele offenbart.
Abwechslung auch abseits des Meeres
Das Störtebekerland hat jedoch weit mehr zu bieten als die Küste. Die Kanäle und kleinen Wasserwege, die das Landesinnere durchziehen, laden zu aktiven Entdeckungstouren ein. Unsere Paddeltour war ein echtes Highlight. Während wir gemächlich durchs Wasser glitten, umgeben von grünem Schilf und Vogelgezwitscher, erlebten wir eine ganz neue Seite Ostfrieslands. Es war Entspannung und Abenteuer zugleich – eine seltene Kombination, die diesen Moment so besonders machte.
Und wenn es mal trockenen Fußes weitergehen sollte, bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für Radtouren an. Die flache Landschaft macht es jedem leicht, die Region zu erkunden, ob mit Kindern oder sportlich ambitioniert. Unsere Tour nach Emden war besonders schön. Die Stadt, mit ihrer charmanten Altstadt und dem Hafen, bot den perfekten Mix aus Kultur und Freizeit. Für die Kinder war der Besuch des Ostfriesischen Landesmuseums ein kleines Abenteuer, während wir Erwachsenen die Cafés entlang des Wassers genossen.
Die Legende von Störtebeker – ein Hauch von Piratenromantik
Kein Besuch im Störtebekerland wäre vollständig, ohne in die Geschichte des berüchtigten Piraten Klaus Störtebeker einzutauchen. Sein Name, der übersetzt „Stürze den Becher“ bedeutet, soll auf seine Fähigkeit hinweisen, einen Humpen Bier in einem Zug zu leeren – eine Eigenschaft, die ihn schon zu Lebzeiten zu einer legendären Figur machte. Doch Störtebeker war weit mehr als ein trinkfester Seemann. Als Anführer der Vitalienbrüder, einer Gruppe von Piraten, die die Nord- und Ostsee unsicher machten, wurde er zum Schrecken der Hanse.
Der Legende nach war Störtebeker jedoch nicht nur ein gefürchteter Räuber, sondern auch ein Held der einfachen Leute. Es heißt, er habe die reichen Handelsschiffe ausgeraubt, um die Beute mit den Armen zu teilen – ein norddeutscher Robin Hood, der den Reichen nahm und den Bedürftigen gab. Seine Abenteuer und Heldentaten wurden über die Jahrhunderte weitergetragen und sind bis heute ein Teil der ostfriesischen Erzähltradition.
Ein besonders faszinierendes Detail seiner Geschichte ist sein legendäres Ende. Der Überlieferung nach wurde Störtebeker gefangen genommen und in Hamburg hingerichtet. Bevor er enthauptet wurde, soll er einen ungewöhnlichen Deal angeboten haben: Alle Mitglieder seiner Crew, an denen er nach seiner Enthauptung noch vorbeilaufen könne, sollten begnadigt werden. Der Legende nach soll der kopflose Störtebeker tatsächlich noch an elf seiner Männer vorbeigeschritten sein, bevor er zu Boden fiel. Doch die Hanse hielt sich nicht an das Versprechen, und die gesamte Crew wurde hingerichtet.
Heute ist Störtebeker eine Figur, die nicht nur die Fantasie beflügelt, sondern auch ein Symbol für Freiheit und Abenteuerlust darstellt. Im Störtebekerland selbst begegnet man ihm an jeder Ecke – sei es in Namen von Straßen und Gebäuden, in Denkmälern oder in spannenden Erzählungen, die dir bei einer Wattwanderung oder einem Besuch in den kleinen Küstenorten begegnen. Vielleicht spürst du selbst den Hauch von Abenteuer, wenn du durch diese beeindruckende Landschaft streifst, die einst sein Revier war.
Fazit – ein Urlaub, der bleibt
Das Störtebekerland ist ein Ort, der für jede Altersgruppe etwas zu bieten hat. Egal, ob du nach Ruhe suchst, deine Kinder neue Abenteuer erleben möchtest oder gemeinsam mit der Familie unvergessliche Momente teilen willst – diese Region ist wie gemacht dafür. Für mich war es nicht nur ein Urlaub, sondern eine Erinnerung an die Schönheit der Natur und die Freude, sie mit meinen Liebsten zu teilen. Vielleicht ist es auch für dich der richtige Ort, um dem Alltag zu entfliehen und neue Energie zu tanken. (RaboomReise)